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400 Jahre Reeperbahn – ein Jubiläum, das nur gemeinsam funktioniert

Wenn die Reeperbahn 400 Jahre Geschichte schreibt, dann ist klar: Das wird kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Blick nach vorn – auf Identität, Wandel und die Frage, was die Reeperbahn als Stadtraum (und Mythos) heute ausmacht und natürlich auch, wie genau die Feierlichkeiten aussehen.

Genau deshalb hat die HANSEN Redaktion Julia Staron um einen Gastbeitrag zum Thema „400 Jahre Reeperbahn“ gebeten. Julia ist Teil des BID Reeperbahn+ – und damit die ideale Ansprechpartnerin, wenn es um das Jubiläum, die Perspektiven aus dem Quartier und die Menschen und Partner geht, die die wohl bekannteste Straße Deutschlands jeden Tag prägen.

400 Jahre Reeperbahn – das ist weit mehr als ein historischer Geburtstag eines Straßenzugs. Es ist ein Anlass, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft eines der bekanntesten urbanen Räume Europas neu zu erzählen. Und genau darum geht es uns als BID Reeperbahn+: um Sichtbarkeit, Zusammenarbeit, Wertschätzung und eine neue inhaltliche Positionierung des Viertels.

Die Reeperbahn ist nicht nur Amüsement und Klischee. Sie ist Kulturort, Arbeitsplatz, Nachbarschaft, Kreativraum, Bühne, Erinnerungsort und Experimentierfeld zugleich. Kaum ein anderer Ort in Hamburg vereint so viele unterschiedliche Perspektiven, Geschichten und Akteur:innen. Das Jubiläum „400 Jahre Reeperbahn“ soll genau diese Vielfalt sichtbar machen.

Im Mittelpunkt steht deshalb nicht ein einzelnes Großevent, sondern das partnerschaftliche Zusammenwirken im Quartier. Viele Institutionen, Initiativen, Kulturschaffende, Guides, Künstler:innen und Unternehmen haben sich mit eigenen Ideen eingebracht und dem Jubiläum auf ganz unterschiedliche Weise Inhalt gegeben. Genau darin liegt die besondere Stärke dieses Projekts: Die Reeperbahn erzählt sich selbst – gemeinsam.

Besonders freut uns die enge Zusammenarbeit mit Partner:innen wie dem Museum für Hamburgische Geschichte, dem FC St. Pauli Shop, dem St. Pauli Office, zahlreichen Gästeführer:innen, Kunstschaffenden, Kulturorten und Initiativen aus dem Viertel. Gemeinsam entstehen neue Verbindungen, neue Formate und neue Perspektiven auf St. Pauli.

Die Tanzenden Türme in der Nahaufnahme
Reeperbahn bei Nacht in der blauen Stunde

Dabei verfolgen wir mehrere Ziele:
Wir möchten die Sichtbarkeit des Viertels stärken, die Zusammenarbeit im Stadtteil intensivieren und den Ort auch politisch und gesellschaftlich neu positionieren. Uns geht es darum, die kleinen Geschichten hinter den großen Bildern sichtbar zu machen – Geschichten von Menschen, von Arbeit, von Vielfalt, von Wandel, von Kultur und von Solidarität. Die Reeperbahn war immer auch ein Ort gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Dieses Erbe möchten wir vermitteln und weiterentwickeln.

Und vor allem: Es gibt unglaublich viel zu erleben.

Nach dem fulminanten Auftakt am 30.4. mit dem vom Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher und Oliva Jones gemeinsam bestrittenen Fassanstich des Astra Reep Royals (und anschließendem geschwisterlichen Prost), einem künstlerisch-kulturellen Feuerwerk von dem Heiße Ecke Ensemble, San Glaser, Bernd Begemann, Miu, Cosmopauli und der aus 1000en Kehlen gesungenen musikalischen Hommage „Reeperbahn“von Udo Lindenberg, geht es ohne Unterbrechung weiter. Auf die Ausstellung „400 Jahre – 400 Faces“ von Andreas Muhme auf den Ströer Leitmedien folgt bereits am 29. Mai die Hamburger Tauziehmeisterschaft auf dem Heiligengeistfeld – eine humorvolle wie traditionsreiche Hommage an die historische Reepschlägerei. Wer tiefer eintauchen möchte, kann die 400-jährige Geschichte der Straße über eine virtuelle Tour von Scoutello entdecken oder an zahlreichen außergewöhnlichen Führungen teilnehmen. Das Museum für Hamburgische Geschichte, das St. Pauli Office, Eva Decker und viele weitere Guides haben eigens für das Jubiläum hochwertige Touren und Vermittlungsformate entwickelt, die neue Blickwinkel auf den Stadtteil eröffnen.

Blick auf die Reeperbahn. Das Cafe Keese im Vordergrund in Abendstimmung
Beatlesplatz auf der Reeperbahn zur blauen Stunde.

Im Juli laden historische Kurzfilmabende auf der ArtStage dazu ein, gemeinsam in die bewegte Geschichte der Reeperbahn einzutauchen. Parallel widmet Anja Schaar ihre Ausstellung im Wohl oder Übel Salon dem Jubiläum. Auch das Projekt „WTF – What The Fear“ von tba (to be aware) aus dem Clubkombinat wird sich mit einem eigenen Beitrag beteiligen.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet Hamburg schließlich während der Pride Week im Juli: Gemeinsam mit dem FC St. Pauli Shop und dem Museum für Hamburgische Geschichte entsteht das längste Regenbogenseil der Welt – ein symbolisches Gemeinschaftsprojekt, das die historische Reeperbahn mit Themen wie Vielfalt, Solidarität und Sichtbarkeit verbindet.

400 Jahre Reeperbahn bedeutet deshalb vor allem: gemeinsam Geschichte erzählen, neue Perspektiven eröffnen und den Stadtteil als das zeigen, was er wirklich ist – ein lebendiger, widersprüchlicher, kreativer und solidarischer Ort mitten in Hamburg.

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